Gedicht

Heinrich Heine: Die Lotosblume ängstigt

Die Lotosblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht,
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle.
Er weckt sie mit seinem Licht’,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht.

Sie blüht und glüht und leuchtet,
Und starret stumm in die Höh’;
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh’.

– Heinrich Heine –

Dieser Text ist Gemeinfrei.

Quelle: Heinrich Heine: Buch der Lieder. Lyrisches Intermezzo, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 1827, S. 119

> Infos zur Designerkarte (): Clara Schumann mit Lotosblume

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Entstanden ist das Gedicht zwischen 1822 und 1823.1

Quelle:
1: Vgl. abi-pur (): Die Lotosblume ängstigt von Heinrich Heine, zuletzt besucht am 14.01.2022 

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