Am Anfang war das Wort

Rainer Maria Rilke: Das ist der Tag

Krone, Kunstdruck, Regenbogen, Himmel, Steg,

Das ist der Tag, in dem ich traurig throne,
das ist die Nacht, die mich ins Knieen warf;
da bet ich: dass ich einmal meine Krone
von meinem Haupte heben darf.

Lang muss ich ihrem dumpfen Drucke dienen,
darf ich zum Dank nicht einmal ihren blaun
Türkisen, ihren Rauten und Rubinen
erschauernd in die Augen schaun?

Vielleicht erstarb schon lang der Strahl der Steine,
es stahl sie mir vielleicht mein Gast, der Gram,
vielleicht auch waren in der Krone keine,
die ich bekam?…

– Rainer Maria Rilke –

Das Gedicht erschien im Band „Mir zur Feier“ (1899).


Zu diesem Gedicht siehe Grafik () Magischer Realismus.

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